Villa Franck Murrhardt

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FÖRDERVEREIN PARK UND VILLA HOHENSTEIN e.V.

Helfen Sie mit, den Hohensteinpark, die historische Gartenanlage um die Villa Franck zu retten. Murrhardter Bürger haben einen Verein zum Erhalt des Jugendstil-Denkmals gegründet und suchen noch engagierte Mitstreiter, denen die Zukunft des einzigartigen Hohenstein-Ensembles nicht egal ist. Im Sommer wird einmal wöchentlich an der frischen Luft geschafft und gevespert.

Stoßen Sie doch mit dazu!

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1. Hohenstein-Parkfest

Hohenstein-Park
Parkfest Hohensteinpark

„Wir wollen den Hohensteinpark erhalten“

Patrick Siben hat mit Murrhardtern einen Verein gegründet, der Unterhaltung und Restaurierung der historischen Anlage zum Ziel hat

Patrick Siben will wachrütteln und mitreißen. Es geht ihm darum, dass die Parkanlage Hohenstein, die der Ludwigsburger Zichorienfabrikant Robert Franck in den Jahren 1904 bis 1918 für seine Familie anlegen ließ, in seiner Gesamtheit erhalten werden kann. Gemeinsam mit Murrhardter Bürgern hat er einen Förderverein gegründet.

Von Christine Schick

MURRHARDT. Patrick Siben, der seit vielen Jahren als Hausherr der Villa Franck und Kapellmeister der Stuttgarter Saloniker sozusagen im Herzen des Hohensteinparks wohnt, schätzt die rund sieben Hektar große Anlage außerordentlich. Dieser einzigartige Jugendstilpark, angelegt von den Gartenbauarchitekten Lilienfein, umfasst ein ausgedehntes Wegenetz und Anlagen wie Reitplatz, Tennisplatz, Rosengarten, Freitreppe und verschiedene Pavillons. Siben berichtet, dass er sich schon früh für den Erhalt des Parks als Gesamtensemble eingesetzt habe. Das Areal gehört allerdings verschiedenen Besitzern. Zu diesen zählen die Stadt Murrhardt, die Villa Franck und die Christengemeinschaft. Ein weiterer großer Teil des Parks gehörte dem Wohn- und Pflegezentrum Haus Hohenstein, das im Frühjahr 2014 in die Insolvenz gegangen ist, wodurch sich die Situation in Bezug auf den Ensembleerhalt nicht vereinfacht hat. Zwar hat der neue Besitzer und Betreiber des heutigen Seniorenhauses Hohenstein, Claudius Becker, nach Informationen Patrick Sibens einige Flächen des Parks erworben, doch ein weiterer Teil gehöre immer noch zur Insolvenzmasse. Er müsse davon ausgehen, dass der Insolvenzverwalter auch weiterhin das Ziel habe, die Areale zu verkaufen. Als Patrick Siben von der Insolvenz und der hohen auszulösenden Summe erfuhr, hätten bei ihm die Alarmglocken geläutet. „Schon damals hatte ich die Idee, einen Förderverein zu gründen.“ Er appelliert an die Beteiligten, sich mit Blick auf den Park im Sinne der Gemeinnützigkeit und für dessen Erhalt einzusetzen. „Auch ich bin hier als selbstständiger Unternehmer tätig, möchte mich aber explizit in dieser Hinsicht engagieren“, sagt er. Patrick Siben, der einen Teil des Parks rund um die Villa im Erbbaurecht besitzt, führt als Untermauerung an, dass er bereits in den Substanzerhalt investiert habe: Die statische Sicherung und Restaurierung von Freitreppe und Wandelgang beziffern sich auf über 250000 Euro, die gemeinsam mit dem Landesdenkmalamt und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz aufgebracht wurden. Dass eine 2001 begonnene Kooperation mit dem damaligen Haus Hohenstein zur Restaurierung der Denkmäler im Parkgelände nicht zum Tragen gekommen sei, frustriert ihn noch heute, weil dadurch laut Siben mögliche Fördergelder nicht genutzt werden konnten.

Auch auf die Verwaltung sei Patrick Siben zugegangen und habe Bürgermeister Armin Mößner auf das städtische Vorkaufsrecht aufmerksam gemacht. Der habe ihm aber aufgrund der finanziellen Situation der Stadt signalisiert, dass dies keine Option sei. Nach Informationen Sibens ist der Parkteil um das Ulmenhaus jüngst an eine Architektengemeinschaft verkauft worden und zwei weitere Teile sollen (Tennisplatz mit Tennishaus und das Waldgrundstück oberhalb der Villa) noch veräußert werden. Mit Blick auf die schwierige Situation und den drohenden Verkauf weiterer Teile wollen die Fördervereinsgründer nun aktiv werden. „Wir möchten, dass der Park in seiner Gesamtheit erhalten und wieder für die Öffentlichkeit zugänglich wird.“ Eine Rolle dabei spielt auch die sogenannte Verkehrssicherungspflicht, denn einige der Bauwerke müssten gesichert sowie Wege von Gestrüpp befreit und saniert werden. Für Patrick Siben ist es ein Jammer, dass das alte Tennishaus mittlerweile fast eingestürzt ist. „Im Innern befindet sich noch eine alte, bemalte Kassettendecke.“ Nicht sonderlich begeistert ist er auch davon, dass auf dem Areal immer wieder Bäume gefällt werden. Er spricht von einer wirtschaftlichen Forstnutzung in einer Parkanlage, die er nicht richtig findet, ganz abgesehen davon, dass die großen Maschinen die historistische Bepflanzung beschädigten.

Einen kleinen Hoffnungsschimmer habe es bei einem Treffen im Juli gegeben, bei dem unter anderem Vertreter der Stadt, der unteren Denkmalbehörde, des Landesdenkmalamtes, des Seniorenhauses Hohenstein und der Villa Franck dabei gewesen sind. Siben berichtet, dass das Landesdenkmalamt sich für den Parkerhalt starkgemacht habe. Ursprünglich sollte nach einer Initiative von Haus Hohenstein und Stadt im Herbst 2012 ein Parkpflegewerk (Konzept für Erhalt und Instandsetzung) in Auftrag gegeben werden als Grundlage dafür, mithilfe von Fördergeldern die Anlage aus dem Dornröschenschlaf zu wecken (wir berichteten). „Allerdings haben wir bisher nichts mehr von den Beteiligten gehört.“